von Ewald "Akesios" Strohmar, Sommer 2007
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Artikel zum Thema Mythologie:
Von den unzähligen Schriften aus der Antike, die Mythen überliefern, ist vieles im Lauf der Jahrhunderte verschwunden. Manche Texte sind nur in Zitaten späterer Autoren erhalten geblieben. Trotzdem ist noch ausreichend Material vorhanden, um uns ein Bild über das Verständnis der antiken Menschen von ihren Mythen machen zu können.
Wesentlich ist sicherlich bei der Weitererzählung des Mythos die Gemeinschaft stiftende Funktion, Mythen sind das kulturelle und religiöse Erbe der Hellenen.
Mythen wurden auch als Instrumente zur Verwirklichung politischer Ideen verwendet (z.B. zur Begründung des Asylrechts der Heiligtümer)
siehe auch Homer
πάντα θεοῖσ' ἀνέθηκαν Ὅμηρός θ' Ἡσίοδός τε, ὅσσα παρ' ἀνθρώποισιν ὀνείδεα καὶ ψόγος ἐστίν, κλέπτειν μοιχεύειν τε καὶ ἀλλήλους ἀπατεύειν. Alles übertragen Homeros und Hesiodos auf die Götter, was bei Menschen Schande und Tadel ist, stehlen, ehebrechen und auch einander betrügen. (VS21B11)
* Platon verbindet ebenfalls gern Philosophie und Mythos, seine Mythen verwendet er, wo logisch argumentierende Aussagen nicht mehr genügen, wenn es also um die Seele nach der Trennung vom Körper geht (Platon schrieb vier eschatologische Jenseitsmythen) oder um das Werden der sinnlich wahrnehmbaren Welt. Denn er trennt zwischen dem nur geistig wahrnehmbaren Welt des unveränderlichen Seins (sie kann didaktisch erfasst werden, ihr kommt Wahrheit zu) und der sinnlich wahrnehmbaren, aber veränderlichen Welt des Werdens, in der nur Wahrscheinlichkeit möglich ist, somit also Raum für "wahrscheinliche Erzählungen", also Mythen. So ein Mythos ist der vom Idealstaat Atlantis.
* Somit beschäftigt man sich in nachplatonischer Zeit mit dem Mythos nur noch in Form von
* Historisierung
* [[autor:euhemeros|Euhemeros]] schrieb um 300 v.Z. Ἱερὰ Ἁναγραφή, das Heilige Dokument, in dem er eine Liste der Götter seit Uranos angibt: sie wären Könige gewesen, die wegen ihrer Taten später vergöttlicht wurden (wie auch die hellenistischen Herrscher seiner Zeit vergöttlicht wurden). Diese Liste habe er in einem Tempel auf einer Insel im Indischen Ozean gefunden.
* Mythographie
* grammatisch-philosophische Beschäftigung mit Mythen, in hellenistischer Zeit auch oft die romanhafte Nacherzählung oder gar Erfindung angeblich uralter Mythen (je älter der angebliche Autor, desto authentischer der Mythos)
* M. als gelehrte Zusammenfassung dichterischer Stoffe, z.B. die sog. //Bibliothek// des Apollodoros (vermutlich [[wpde>1. Jahrhundert|1. Jh. u.Z.]] unter dem Namen Apollodors von Athen, der in Alexandria wirkte, verfasst), in der die Mythen in chronologischer Reihenfolge, beginnend mit Kosmo- und Theogonie, aufgeführt werden. Im Gegensatz zu den Brüdern [[wpde>Grimm]] betrieben die antiken Mythographen keine Feldforschung, obwohl sicherlich noch genügend Mythen im Volk kursiert wären, sondern durchforsteten die Bibliotheken.
* die Neuplatoniker arbeiten weiter an der ontologischen und eschatologisch-mystischen Seite des Platonismus, die sinnliche Welt wird noch stärker als bei Platon entwertet und darüber ein ontologisch-theologisches System mit dem "absolut Einen" als oberster Gottheit errichtet
| Theologische Mythen | beschäftigen sich mit dem Wesen der Götter |
| Körperliche Mythen | berichten über die Kräfte der Götter auf der Welt, z.B. kann Kronos als die Zeit (khronos) betrachtet werden, und die Teile der Zeit des Weltalls als seine Kinder, die vom Vater verschlungen (und) gefressen werden. |
| Seelische Mythen | erörtern die seelischen Kräfte |
| Stoffliche Mythen | sind jene, in denen körperliche Dinge als Götter betrachtet werden, zB die Sonne ist zugleich Himmelskörper und als Helios der Inbegriff der Kraft des Lebens |
| Gemischte Mythen | sind jene, die aus verschiedenen der obigen Gesichtspunkte betrachtet werden können |
© 2007 Ewald K Strohmar, Veröffentlichung nur mit Genehmigung des Autors