Hellenismos ist die traditionelle polytheistische Religion des antiken Griechenland, rekonstruiert und an die moderne Welt angepasst.
Dies bedeutet einerseits eine enge Bindung an die spirituellen und ethischen Werte der griechischen Antike, andererseits eine ständige dynamische Anpassung an die Bedürfnisse der heutigen Zeit.
Die hellenische Religion ist grundsätzlich auf drei Säulen aufgebaut:
Eine "Theologie" im Sinne einer verbindlichen Lehre von den Göttern oder den Glaubensinhalten wird man ebenso wenig finden wie verbindliche Glaubenssätze, da diese auch in der Antike nie existierten, wohl aber Theologie als einer "Rede von den Göttern" (Platon, rep. 2.379a), diese findet sich natürlich in allen drei "Säulen", und im Bereich der rekonstruktionistischen Methodik des Hellenismos wird auch Theologie im Sinne einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Quellen und deren Interpretationen, mit Mythologie, Philosophie, (Religions-)Geschichte, sowie mit der antiken und modernen Kultpraxis betrieben.
Kultus ist ein Sammelbegriff für alle Handlungen, die der Verehrung der Götter dienen.
Im Hellenismos gilt das religiöse Ritual als Nachbildung der Kosmischen Ordnung (κοσμος). Unter diesem Gesichtspunkt 1) sind also alle "Feiern mit rituellem Charakter" (εορται) im rekonstruierten hellenischen Polytheismus zu sehen.
Man unterscheidet als Formen den privaten und den öffentlichen Kultus, sowie bei den kultischen Äußerungen Gebet und Opfer.
Die Mythen der griechischen Antike sind bildhafte Darstellungen der Beziehungen zwischen Göttern untereinander sowie zwischen Göttern und Menschen und als solche als ein Teil der antiken griechischen Theologie zu verstehen.
Da der Hellenismos eine diesseitige, dem Menschen zugewandte (ανθρώπινη) Religion ist, werden ethische Werte und Hinweise für die Lebensführung auch aus menschlichen Quellen bezogen. Seit jeher haben sich die Philosophen, die "Freunde der Weisheit", mit der Suche nach den kosmischen Zusammenhängen beschäftigt und viele wertvolle, bis heute gültige, Feststellungen gemacht.
Somit ist die Beschäftigung mit der Philosophie eine kreative Pflege der Beziehung zu diesen unseren geistigen Ahnen und ergibt die Richtlinien für unser Leben.
Die Lehren des Hellenismos beziehen sich auf die Ordnung des Kosmos und aller Kräfte, die in ihm wirken. Daraus entsteht für die Menschen die Verpflichtung, entsprechend zu denken und zu handeln, mit allem Leben eine vernünftige, respektvolle Beziehung zu pflegen und das rechte Maß zu halten.
vom altgr. ἑλληνίζειν, "griechisch sprechen", in weiterer Folge auch "griechisch sein, - denken"
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andere Bezeichnungen: hellenischer Polytheismus, Εθνική Ελληνική Θρησκεία, Dodekatheismus, …
es werden sowohl die Bezeichnungen
hellenisch wie auch
hellenistisch verwendet, manche Anhänger unserer Religion, die keine gebürtigen Griechen bzw Einwohner
Griechenlands sind, bevorzugen die Bezeichnung
hellenistisch
Tradition (von lat. tradere "hinüber-geben" bzw. traditio "Übergabe, Auslieferung, Überlieferung") bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, z. B. Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten).(Quelle:Tradition)
Der Begriff πολυθεός setzt sich zusammen aus πολύς "viele" und θεός "Gott" und taucht in der Antike erst spät auf1), um den Glauben an mehrere Götter zu bezeichnen.
Zumeist wird der Glaube an mehrere Götter damit begründet, dass die Vielfalt der im Kosmos wirkenden Kräfte (dynameis) nur durch die Annahme mehrerer Götter dargestellt werden kann.
Daher treten die Götter in der Mythologie auch als Herausragendste in einer Reihe von anderen übernatürlichen Wesenheiten (wie z.B. Ahnen/Geister, Nymphen, Daimonen) auf, meist in anthropomorpher Form (was allerdings nichts über ihre tatsächliche Form aussagt) mit vielen unterschiedlichen, übermenschlichen Fähigkeiten und Vorstellungen.
Polytheistischer Rekonstruktionismus ist die Wiederherstellung einer historischen polytheistischen Religion zur Ausübung in der modernen Welt.
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Auf Grund der Vielfalt der antiken Ideen in Hinblick auf Ursprung, Wesen und Verehrung der Gottheiten existieren auch bei modernen Hellenisten oftmals unterschiedliche Sichtweisen. Manche beschränken sich auf die Rekonstruktion der klassisch-homerischen Riten aufbauend auf wissenschaftliche Erkenntnisse, andere beziehen die Gedanken der antiken Philosophen mit ein, bis hin zum Neuplatonismus der Spätantike.
Da es keine verbindlichen "heiligen Bücher" und auch keine regulative religiöse Organisation gibt (wie es auch in der Antike keine gab), ist es den jeweiligen Gruppen vorbehalten, wie sie ihre Schwerpunkte setzen.
Die griechischen Organisationen (s.u.) sind vermehrt bestrebt, offizielle religiöse Anerkennung als ursprüngliche ethnische Religion zu erhalten.
Es gibt keine definierte Organisation, die einzelnen Gruppen sind in ihrer Glaubensausübung unabhängig.
Die griechische Organisation ΥΣΕΕ (Ύπατο Συμβούλιο των Ελλήνων Εθνικών = Oberster Rat der Ethnischen Hellenen) fungiert in Griechenland als Dachverband für die einzelnen Gruppen.
Hellenismos FAQ bei YSEE:
(Akesios)
hellenismos/start.txt · Zuletzt geändert: 2011/03/18 11:29 (Externe Bearbeitung)