Polytheismus

Abstract

Der Begriff πολυθεός setzt sich zusammen aus πολύς "viele" und θεός "Gott" und taucht in der Antike erst spät auf1), um den Glauben an mehrere Götter zu bezeichnen.

Zumeist wird der Glaube an mehrere Götter damit begründet, dass die Vielfalt der im Kosmos wirkenden Kräfte (dynameis) nur durch die Annahme mehrerer Götter dargestellt werden kann.

Daher treten die Götter in der Mythologie auch als Herausragendste in einer Reihe von anderen übernatürlichen Wesenheiten (wie z.B. Ahnen/Geister, Nymphen, Daimonen) auf, meist in anthropomorpher Form (was allerdings nichts über ihre tatsächliche Form aussagt) mit vielen unterschiedlichen, übermenschlichen Fähigkeiten und Vorstellungen.

Arten

Im Englisch sprachigen Raum der Neopagan-Szene wird manchmal zwischen "soft" und "hard polytheism" unterschieden, um verschiedene Sichtweisen der Götter darzustellen.

Soft polytheism

Hier werden die Götter eher als Aspekte oder Archetypen (nach Jung) interpretiert, nicht als eindeutig unterscheidbare Kräfte, oft werden alle weiblichen Gottheiten als Aspekte einer einzigen Göttin und alle männlichen als jene eines einzigen Gottes gesehen.

Falls alle Gottheiten überhaupt als Aspekte einer einzigen Gottheit interpretiert werden, spricht man von "inklusivem Monotheismus".

Hard polytheism

Wie in der antiken Mythologie werden hierbei die Gottheiten als eigenständige Wesenheiten betrachtet, die allerdings mit einander und den Menschen interagieren und gemeinsam die kosmische Ordnung repräsentieren.

(Akesios)

1) z.B. Prokopios, historia arcana 11.27
 
hellenismos/polytheismus.txt · Zuletzt geändert: 2008/08/19 10:57 (Externe Bearbeitung)